Chronik

1824

In den heute noch vorhandenen Unterlagen wird für das Jahr 1824 erstmal die Gründung einer Feuerwehr erwähnt. Weiter fundierte Belege, um das Gründungsdatum auf 1824 festzulegen, fehlen jedoch bislang.

1863

Gründung der Feuerwehr Großgartach als freiwilige Feuerwehr.

1882

Die württembergische Lokal-Feuerlöschordnung bestimmt, dass ab sofort Aufstellung und Unterhaltung der bis dahin eigenständigen und eigenverantwortlich gegründeten freiwilligen Feuerwehren eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sind.

1883

Das großherzogliche-badische  Oberamt Eppingen drängt bei der Schluchterner Gemeindeverwaltung auf die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr.

1884

Ein Aufruf an alle Schluchterner, sich zum Feuerwehrdienst zu melden, wird am Morgen des 10.Juli 1884 ortsüblich "durch Ausschellen" bekannt gemacht. Später am Abend versammeln sich 45 Schluchterner Bürger und verpflichten sich freiwillig für den Dienst an der Allgemeinheit. Die freiwillige Feuerwehr Schluchtern ist gegründet.

1885-1886

Die Freiwillige Feuerwehr Großgartach wird auf Grundlage der königlich-württembergischen Feuerlöschordnung, wie in anderen Städten und Gemeinden auch zur Pflichtfeuerwehr umgewandelt. Jeder feuerwehrfähige Großgartacher Bürger muss jetzt wieder verpflichtend im Brandfall Feuerwehrdienst leisten. Eine Lokal-Feuerlöschordnung für die Gemeinde Leingarten wird aufgestellt.

1914

Ein Ereignis in der Ferne wirkt sich auch auf die Feuerwehren von Großgartach und Schluchtern aus: In Sarajevo wird der österreichische Thronfolger erschossen; der erste Weltkrieg bricht aus. Zahlreiche Männer aus beiden Gemeinden werden zum Kriegsdienst in die kaiserliche Armee eingezogen. Einige Feuerwehrangehörige fallen im Krieg oder werden verwundet.

1924

Am 12.März 1924 wird in Großgartach mit dem Segen des Bezirksfeuerlöschinspektors Gustav Binder aus Heilbronn die seitherige Pflichtfeuerwehr wieder zur freiwilligen Feuerwehr umgewandelt. An diesem Abend melden sich 79 der 117 anwesenden Großgartacher Bürger sofort für den Dienst in der Feuerwehr. Die Sollstärke der Feuerwehr von 128 Mann wird in den Wochen und Monaten danach erreicht. Kommandant der jetzt wieder freiwilligen Feuerwehr bleibt Wilhelm Reiner.

1936

Die Feuerwehren werden auf die neue politische Ausrichtung des NS-Regimes gleichgeschaltet und hören in ihrer bisherigen Form auf zu existieren.

1944

Großangriff am 04.Dezember 1944 auf Heilbronn. Zahlreiche Bomber der britischen und amerikanischen Luftwaffe fliegen auf Heilbronn zu. Die Innenstadt wird nahezu dem Erdboden gleich gemacht, tausende Menschen sterben. Die Feuerwehr Großgartach rückt wieder aus, um den schwer getroffenen Heilbronner in dieser Stunde beizustehen. Ebenso tut die Schluchterner Feuerwehr Dienst in der zerstörten Stadt.

1945

Am 08.Mai ist "Stunde Null" in Deutschland. Was einmal war, ist nicht mehr. Einige Feuerwehrleute aus Großgartach und Schluchtern kehren aus dem sinnlosen Krieg nicht mehr zurück. Die amerikanische Besatzungsmacht übernimmt im Raum Heilbronn dei Kontrolle über das öffentliche Leben, auch über die Organisation des Feuerlöschwesens. Die Notwendigkeit von organisierten Feuerwehren in den Gemeinden wird jedoch glücklicherweise auch durch die Besatzungsmacht schnell anerkannt. Die Feuerwehren Großgartach und Schluchtern können deshalb bestehen bleiben und werden wieder zu freiwilligen, von der Polizei unabhängigen Feuerwehren umgewandelt.

Wiederaufbau nach der "Stunde Null", Gustav Wenzel hat in Großgartach seit 1945 die Aufgabe des Feuerwehrkommandanten inne. In Schluchtern führt Emil Ficker die 41 verbliebenen Feuerwehrleute an.

1946

Im Rahmen des Wiederaufbaus nach dem Krieg schließen sich auf Weisung der Allierten Besatzungstruppen verschiedene Städte und Gemeinden zu Feuerlöschgemeinschaften zusammen. Die Gemeinden Großgartach und Schluchtern vereinbaren als Feuerlöschgemeinschaft Nr.14 mit Schwaigern, Stetten, Massenbach und Massenbachhausen gegenseitige Hilfe.

1948

Gustav Wenzel übergibt das Kommando der Feuerwehr Großgartach an Hellmut Lamprecht.

1950

Das Feuerlöschwesen im Kreis Heilbronn wird erneut umstrukturiert. Ein Alarm- und Ausrückeplan wird aufgestellt; die bisherigen Löschgemeinschaften aufgehoben.

1954

Zur Unterstützung der Feuerwehren Großgartach und Schluchtern sind nun die Feuerwehren Heilbronn und Lauffen für die sogennante "Löschhilfe" zuständig. Die Wehren von Großgartach und Schluchtern unterstützen sich auch weiterhin gegenseitig.

1960

Als einer der esten Feuerwehrhaus-Neubauten nach dem Krieg wird das Feuerwehrhaus Großgartach eingeweiht. Der Grundstein für den Bau war ein Jahr zuvor gelegt worden.

1965

Die Feuerwehr Großgartach beschafft ein Löschgruppenfahrzeug (LF8). Im gleichen Jahr gibt die Feuerwehr Schluchtern ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) in Auftrag, um den bis dahin alleine vorhanden Anhänger zu ersetzen.

1970

Am 01.Januar 1970 schließen sich die ehemals selbstständigen Gemeinden Großgartach und Schluchtern zur neuen Gemeinde Leingarten zusammen. Damit haben formal auch die Feuerwehren Großgartach und Schluchtern zu existieren aufgehört. Beide ehemaligen Feuerwehren werden jetzt zur Feuerwehr Leingarten; getrennt in den Löschzug 1 (Großgartach) und den Löschzug 2 (Schluchtern). Kommandant der neuen Gesamt-Feuerwehr ist Hellmut Lamprecht.

1976

Die Leingartener Feuerwehr beschafft ein Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 auf Mercedes-Benz 1113 (Rundhauber)-Fahrgestell. Aufgebaut durch die Fa. Bachert.

1983

Ein LF8-TS für den Löschzug Schluchtern wir beschafft. Es ersetzt das bisherige TSF und steigert somit die Schlagkraft der Leingartener Feuerwehr.

Das LF8-TS ist bis heute noch im Einsatz. Als GW-T steht es der Feuerwehr Leingarten immer noch zur Verfügung.

1983:Indienststellung LF8-TS durch Bürgermeister Eppler.

1987

Der Fuhrpark der Feuerwehr Leingarten wird um einen Mannschafts-Transportwagen (MTW) ergänzt. Das Fahrzeug, ein Mercedes Benz 207D, dient dem Transport von Personal und Material zur Einsatzstelle.

1988

Über 40 Jahre war Hellmut Lamprecht Kommandatn der Feuerwehr Leingarten. Jetzt übergibt er dieses verantwortungsvolle Amt an Martin Klar.

1989

Das neue LF8-TS der Feuerwehr Leingarten, ein Ziegler-Aufbau auf Mercedes-Fahrgestell, wird abgeholt und in Dienst gestellt.

Am 09.November 1989 fällt in Berlin die Mauer. Der "Eiserner Vorhang" hatte bereits schon vorher Löcher bekommen. Noch ist unklar, ob dies Bestand haben wird. Zahlreiche Deutsche aus der DDR verlassen deshlab ihre alte Heimat, um in der Bundesrepublik Zuflucht zu suchen. Für die Behörden eine logistische Meisterleistung. Auch in Leingarten werden die Kindergärten als Notunterkünfte hergerichtet und die Flüchtlinge vorübergehend einquartiert. Die Feuerwehr übernimmt die Sicherstellung des Brandschutzes und hilft bei der Betreuung der zahlreichen Menschen.

1993

Im Juni wird der Funkraum-Anbau eingeweiht. Der Feuerwehr Leingarten steht damit eine Kommuniktationszentrale im 4-Meter- und 2-Meter-Funk, Telefon und Fax zur Verfügung. Einsätze können fortan von hier aus koordiniert werden.

1993: Feuerwehrgerätehaus in der Südstraße mit Funkraum-Anbau

1997

Am 03.März wird die Jugendabteilung der Leingartener Feuerwehr gegründet. Bürgermeister Hermann Eppler und Kommandant Martin Klar haben hierzu mit viel Engagement den Weg geebnet.

Im selben Jahr legt Martin Klar die Geschicke der Feuerwehr in die Hände des neu gewählten Kommandanten André Göbl.

1997: Gründung der Jugendfeuerwehr, unterstützung von Kommandant Martin Klar und Bürgermeister Eppler

2001

Wehmut macht sich breit in Schluchtern. Zum letzen mal verlässt das Schluchterner LF8 seinen angestammten Platz im Gerätehaus in der Badener Straße. Das Fahrzeug und die Schluchterner Kameraden ziehen um in das Gerätehaus in der Südstraße, das in den Jahren 2000 und 2001 umgebaut und um einen Anbau mit Stellplatz, Jugendraum und Werkstätten erweitert wurde. Ab sofort ist die Feuerwehr Leingarten nun auch räumlich vereint. Das Milchhäusle in Schluchtern muss dem Neubau eines Mehrfamilienhauses weichen - eine Ära geht zu Ende.

2001: Abschiedsfoto vor dem "Milchhäusle", dem Gerätehaus in der Badenerstraße in Schluchtern.

2002

Das alte TLF 16/25 aus den 70er Jahren wird außer Dienst gestellt. Als Ersatz wird künftig ein TLF 16/25 der Firma Rosenbauer, ebenfalls auf Merceds-Fahrgestell, in Leingarten seinen Dienst verrichten. Am 15.Juli wird das neue Fahrzeug an die Feuerwehr Leingarten übergeben.

2002: Altes TLF der Feuerwehr Leingarten 2002: Neues TLF der Feuerwehr Leingarten

2008

Am 06.Juli wird der ELW 1 der Leingartener Wehr durch Bürgermeister Ralf Steinbrenner und Kreisbrandmeister Uwe Vogel seiner Bestimmung übergeben. In der Nacht zuvor hat das Fahrzeug bereits bei einem größeren Wohnungsbrand in der Kelterstraße gute Dienste geleistet. Kommandant André Göbl empfängt gerade den Schlüssel aus den Händen des Bürgermeisters, da kommt das neue Fahrzeug auch schon zum ersten offiziellen Einsatz: Großbrand in einem Recycling-Betrieb im benachbarten Schwaigern. Die Leingartener Wehr unterstüzt mit TLF und ELW.

2012

Das HLF 10/10, auf- und ausgebaut von der Firma Schlingmann, wird am 29.Juli im Rahmen einer Feierstunde am Tag der offenen Tür offiziell in Dienst gestellt. Es ersetzt das in die Jahre gekommene ehemals in Schluchtern stationierte LF. Das LF dient ab sofort als Gerätewagen Transport (GW-T) der Feuerwehr Leingarten. Ein Zufall scheint dabei Tradition zu werden: Auch dieses Fahrzeug hat seine Feuertaufe bereits vor der Indienststellung hinter sich.

2013

Ein ereignisreiches Jahr stand bei der Feuerwehr Leingarten an.

In der Hauptversammlung am 09.März wählt die Leingartener Feuerwehr eine neue Führungsspitze. André Göbl gibt das Amt des Kommandanten nach fünfzehn Jahren an Rouven Leibbrand ab. Als Stellvertreter wird Jochen Reske gewählt.

Am 3. Mai begannen die Feierlichkeiten mit dem Festakt im Kulturzentrum in Leingarten, zum 150 jährigen Bestehen der Wehr.

Am Wochenende des 5. und 6. Juli richtet die Leingartener Feuerwehr die Leistungsprüfungen des Kreisfeuerwehrverbands Heilbronn aus.

Vom 6. bis 9. September fanden dann die großen Feierlichkeiten zum 150 jährigen Jubiläum gemeinsam mit dem Käsritt rund um den Festplatz statt.

Film zum Käsritt / 150 Jahre Feuerwehr Leingarten.